Ruhollah Khomeini
Führer der Revolution von 1979 und Gründer der Islamischen Republik (1902–1989), Theoretiker des Velayat-e Faqih und ihr erster Oberster Führer.
Im Kontext lesen →Biografie
Ruhollah Chomeini (ca. 1902–1989) war ein zwölferschiitischer Geistlicher, Mardschaʿ (Quelle der Nachahmung) und Theoretiker, der zum Anführer der Revolution von 1979 wurde, welche die Monarchie stürzte und die Islamische Republik Iran begründete. Er entwickelte und institutionalisierte die Lehre von der velayat-e faqih („Herrschaft des Rechtsgelehrten“), die er in seinem Werk Islamische Regierung von 1970 ausarbeitete und welche die höchste Autorität in einen qualifizierten religiösen Rechtsgelehrten legte und zur verfassungsmäßigen Grundlage des neuen Staates wurde. Seit 1964 wegen seiner Opposition gegen den Schah im Exil (im Irak und später in Frankreich), kehrte er im Februar 1979 zurück, um die nachrevolutionäre Ordnung anzuführen, und diente als deren erster Oberster Führer bis zu seinem Tod. Sein Jahrzehnt an der Macht umfasste die Festigung der klerikalen Herrschaft, die Geiselkrise an der US-Botschaft 1979–81, den Iran-Irak-Krieg 1980–88 und die Massenhinrichtungen politischer Gefangener 1988 – Ereignisse, die im Zentrum der Debatten über sein Vermächtnis stehen. Sein Geburtsjahr selbst ist ein umstrittener Punkt, wobei Quellen 1900 oder 1902 angeben.
Zitate & Überlieferungen
«Nothing. (his reply, on returning to Iran after years of exile, asked how he felt)»
«The criterion is the vote of the nation.»
Verwandte Einträge
Erscheint auch in
Quellen
- Ervand Abrahamian, Khomeinism: Essays on the Islamic Republic (University of California Press)
- Encyclopaedia Iranica, "Khomeini, Ruhollah"
- Encyclopaedia Britannica, "Ruhollah Khomeini"