
Nader Schah
Feldherr und afscharidischer König (reg. 1736–1747), der Besatzer vertrieb, Indien überfiel und den Pfauenthron erbeutete; berühmt als brillanter General.
Im Kontext lesen →Biografie
Nader Schah Afschar (ca. 1688–1747) stieg aus bescheidenen turkmenisch-afscharischen Verhältnissen zu einem brillanten Feldherrn auf, der die afghanischen Eindringlinge vertrieb, welche die Safawiden gestürzt hatten, osmanische und russische Streitkräfte hinausdrängte und die territoriale Integrität des Iran wiederherstellte, bevor er sich 1736 selbst zum Schah krönte und die kurzlebige Afschariden-Dynastie begründete. Sein spektakulärster Feldzug war die Invasion des Mogul-Indien 1738–39: Er schlug das Mogul-Heer bei Karnal und plünderte 1739 Delhi, wobei er ungeheure Beute davontrug, darunter den Pfauenthron und die Diamanten Koh-i-Noor und Darya-ye Noor, obgleich Delhi ein verheerendes Massaker erlitt. Eine bemerkenswerte Nuance ist, dass er versuchte, schiitischen und sunnitischen Islam zu versöhnen (indem er die Zwölfer-Schia als fünfte 'dschaʿfaritische' sunnitische Rechtsschule vorschlug), eine Reform, die weitgehend scheiterte; seine späteren Jahre versanken in Paranoia und Grausamkeit – darunter die Blendung seines eigenen Sohnes – und endeten in seiner Ermordung durch seine eigenen Offiziere. Sein Geburtsjahr ist tatsächlich umstritten (1688 gegen 1698).
Zitate & Überlieferungen
«I freed Iran from foreign hands and restored its throne. (the substance of Nader's proclamations)»
Verwandte Einträge
Erscheint auch in
Quellen
- Michael Axworthy, The Sword of Persia: Nader Shah (2006)
- Encyclopaedia Iranica, "Nāder Shah"
- Cambridge History of Iran, vol. 7 (Peter Avery et al.)