Mohammad Mossadegh
Irans nationalistischer Premierminister (1882–1967), der die Ölindustrie verstaatlichte und im Putsch von 1953 gestürzt wurde, der unter Beteiligung von CIA und MI6 eingefädelt worden war.
Im Kontext lesen →Biografie
Mohammad Mossadegh (1882–1967) war ein in Europa ausgebildeter Jurist und nationalistischer Politiker, der nach der Konstitutionellen Revolution ins öffentliche Leben eintrat und als Parlamentsabgeordneter, Provinzgouverneur und Minister diente, bevor er 1951 Premierminister wurde. Er führte die Bewegung zur Verstaatlichung der iranischen Erdölindustrie an und beendete damit die Konzession der von Großbritannien kontrollierten Anglo-Iranian Oil Company; das Verstaatlichungsgesetz passierte den Madschles im März 1951. Seine Regierung wurde zum Brennpunkt eines internationalen Kräftemessens, einschließlich eines von Großbritannien angeführten Ölembargos, und im August 1953 wurde er durch einen mit verdeckter Unterstützung der CIA und der britischen Geheimdienste organisierten Putsch (Operation Ajax/TPAJAX) gestürzt. Er wurde wegen Verrats verurteilt, kurzzeitig inhaftiert und verbrachte den Rest seines Lebens bis zu seinem Tod 1967 unter Hausarrest. Er bleibt ein umstrittenes Symbol – von vielen Iranern als Vorkämpfer nationaler Souveränität und Demokratie verehrt, während Kritiker seine politische Taktik und seine Konfrontation mit der Monarchie hinterfragen; der Putsch von 1953 wird in der Forschung zur ausländischen Intervention häufig angeführt.
Zitate & Überlieferungen
«My greatest sin is that I nationalized Iran's oil industry and dismantled the apparatus of political and economic colonialism.»
Verwandte Einträge
Erscheint auch in
Quellen
- Ervand Abrahamian, The Coup: 1953, the CIA, and the Roots of Modern U.S.–Iranian Relations (2013)
- Encyclopaedia Iranica, "Mossadegh, Mohammad"
- Encyclopaedia Britannica, "Mohammad Mossadegh"