Imam Husayn
Enkel des Propheten und dritter schiitischer Imam (626–680 n. Chr.), getötet in der Schlacht von Kerbela gegen Yazid; sein Martyrium ist zentral für schiitische Trauer und Identität.
Im Kontext lesen →Biografie
Hossein ibn Ali (ca. 626–680 n. Chr.) war der jüngere Sohn Alis und Fatimas sowie ein Enkel des Propheten Mohammed und wird im schiitischen Islam als dritter Imam verehrt. Nach dem Tod des umayyadischen Kalifen Muawiya weigerte sich Hossein, dessen Sohn Yazid, den er als unrechtmäßig ansah, den Treueeid zu leisten, und brach in Reaktion auf Einladungen von Anhängern in Richtung Kufa auf. Er und eine kleine Schar von Familienangehörigen und Gefolgsleuten wurden bei Kerbela von umayyadischen Truppen umzingelt, wo er am zehnten Tag des Muharram (Aschura) im Jahr 680 n. Chr. getötet wurde. Sein Tod verwandelte die frühe pro-alidische Bewegung in eine eigenständige religiöse Gemeinschaft und wurde zum emotionalen und devotionalen Mittelpunkt der schiitischen Identität, der alljährlich in den Trauerritualen des Muharram und der Arbain-Pilgerfahrt begangen wird. Eine angemerkte Nuance ist, dass sein Auftreten über ein Spektrum hinweg gedeutet wird – von einem Bewerben um das Kalifat bis hin zu einer prinzipientreuen, vorausgesehenen Selbstaufopferung gegen die Tyrannei –, was seine kraftvolle symbolische Bedeutung prägt.
Zitate & Überlieferungen
«Hayhat minna al-dhilla! — Far be it from us to accept humiliation!»
«If you have no religion and do not fear the Day of Resurrection, then at least be free (noble) in your worldly life.»
«I see death as nothing but happiness, and life with oppressors as nothing but disgrace.»
Verwandte Einträge
Quellen
- Encyclopaedia of Islam (Brill), "al-Ḥusayn b. ʿAlī" (L. Veccia Vaglieri)
- Encyclopaedia Iranica, "Ḥosayn b. ʿAli" and "Karbala"
- Encyclopaedia Britannica, "al-Husayn ibn Ali"