
Schah Abbas I.
Der größte safawidische Herrscher (reg. 1588–1629), der die Hauptstadt nach Isfahan verlegte, das Heer reformierte und das goldene Zeitalter safawidischer Kunst und Architektur prägte.
Im Kontext lesen →Biografie
Abbas I., Abbas der Große (1571–1629), der fünfte safawidische Schah, gelangte 1588 inmitten osmanischer und usbekischer Übergriffe sowie der Faktionsbildung der Kizilbasch auf den Thron und gilt allgemein als der fähigste Herrscher der Dynastie. Er bändigte die unbotmäßigen Kizilbasch, indem er ein stehendes Heer aus Ghulams (Sklavensoldaten, größtenteils kaukasischer Herkunft) aufstellte, das mit Feuerwaffen und Artillerie ausgerüstet war, und vertrieb sodann die osmanischen und usbekischen Truppen und gewann verlorenes Gebiet zurück. 1598 verlegte er die Hauptstadt von Qazvin nach Isfahan, das er zu einer der prächtigsten Städte der Welt mit dem Naqsch-e Dschahan-Platz im Zentrum ausbaute, und er förderte den Handel (insbesondere das Seidenmonopol und die Beziehungen zu Europa), die Künste und die Architektur. Ein umstrittener Punkt ist, dass Abbas seine Herrschaft durch rücksichtslose dynastische Gewalt sicherte – er ließ mehrere seiner eigenen Söhne und Verwandten blenden oder töten –, was seine Herrschaft stärkte, aber zu einer geschwächten Nachfolge nach ihm beitrug.
Zitate & Überlieferungen
«Isfahan is half the world. (a proverb tied to the flourishing of Shah Abbas's capital)»
Verwandte Einträge
Quellen
- Roger Savory, Iran under the Safavids
- Encyclopaedia Iranica, "ʿAbbās I"
- Eskandar Beg Monshi, Tarikh-e ʿAlam-ara-ye ʿAbbasi (trans. Savory)