Nizam al-Mulk
Der berühmte iranische Wesir der Seldschuken (1018–1092), Verfasser des Siyasatnama und Gründer der Nizamiyya-Hochschulen.
Im Kontext lesen →Auf einen Blick
- Field
- Statecraft, administration, political writing
- Era
- Seljuk era (Alp Arslan and Malik-Shah)
- Key work
- Siyasatnama; the Nizamiyya colleges
- Birthplace
- Tus, Khorasan
Biografie
Abu Ali Hasan ibn Ali at-Tusi, mit dem Titel Nizam al-Mulk (1018–1092 n. Chr.), war ein mächtiger iranischer Wesir, der fast drei Jahrzehnte lang die Verwaltung des Seldschukenreichs unter Alp Arslan und Malik-Schah leitete und faktisch die Zügel der Regierung in der Hand hielt. Er ordnete das perso-islamische Verwaltungssystem, baute die militärische Landzuweisung (Iqta) aus und gründete das Netz der staatlich finanzierten Nizamiyya-Kollegien in Bagdad, Nischapur und anderen Städten – Einrichtungen, die die Bürokratie ausbildeten und die asch'aritische Theologie und das schafiitische Recht förderten und an denen al-Ghazali ein berühmter Lehrer war. Sein bedeutendstes Werk ist das Siyasatnama (Siyar al-Muluk), einer der herausragendsten persischen „Fürstenspiegel“, der praktische Regierungsweisheit, historische Beispiele und seine Vorstellung von Ordnung und Gerechtigkeit verbindet. Er wurde 1092 auf dem Weg nach Bagdad von einem Attentäter getötet – dem berühmten Bericht zufolge von einem der nizaritischen Ismailiten. Ein umstrittener Punkt ist, dass die „Legende der drei Freunde“ – eine Schulfreundschaft mit Omar Chayyam und dem ismailitischen Anführer Hasan-i Sabbah – als historisch falsch und anachronistisch gilt; auch die vollständige Zuschreibung des heutigen Textes des Siyasatnama an ihn und das Ausmaß späterer Zusätze werden von Wissenschaftlern diskutiert.
Zitate & Überlieferungen
«Kingship may endure with unbelief, but it will not endure with injustice.»
Verwandte Einträge
Quellen
- Encyclopaedia Iranica, "Neẓām-al-Molk"
- Encyclopaedia Britannica, "Nizam al-Mulk"
- Hubert Darke (trans.), The Book of Government or Rules for Kings (Siyasat-nama)