
Chosrau I. Anuschirwan
Der gefeiertste Sassanidenkönig (reg. 531–579 n. Chr.), berühmt für Verwaltungs- und Steuerreformen, die Förderung der Gelehrsamkeit und seinen Ruf der Gerechtigkeit ('der Gerechte').
Im Kontext lesen →Biografie
Chosrau I., mit dem Beinamen Anuschirwan ('mit der unsterblichen Seele') und bekannt als 'der Gerechte' (ca. 512–579 n. Chr.), war der sasanidische König der Könige, unter dessen Herrschaft das Reich seinen spätantiken Höhepunkt erreichte. Als Nachfolger seines Vaters Kavadh I. im Jahr 531 zerschlug er die egalitäre Bewegung der Mazdakiten und führte sodann umfassende Reformen durch: eine Katastervermessung und Besteuerung zu festen Sätzen, ein besoldetes stehendes Heer und eine administrative Zentralisierung. Militärisch plünderte er Antiochia (540), zerstörte im Bündnis mit den Türken die hephthalitische Konföderation und dehnte den persischen Einfluss bis in den Jemen aus. Er war zudem ein gefeierter Förderer der Gelehrsamkeit, dem zugeschrieben wird, griechische Philosophen aufgenommen und Übersetzungen aus dem Sanskrit und dem Griechischen gefördert zu haben (darunter die Einführung des Schachspiels und der Fabeln von Kalila wa Dimna). Ein umstrittener Punkt ist, dass die Zuschreibung der großen gewölbten Halle Taq-e Kasra in Ktesiphon an seine Herrschaft traditionell, aber ungewiss und unter Forschern umstritten ist.
Zitate & Überlieferungen
«Justice is the foundation of kingship; without justice no realm endures.»
Verwandte Einträge
Quellen
- Encyclopaedia Iranica, "Kosrow I"
- Arthur Christensen, L'Iran sous les Sassanides
- Touraj Daryaee, Sasanian Persia