Wenn Gott zugleich allmächtig, allwissend und das reine Gute ist, wie lässt sich dann die Existenz von ausgedehntem und scheinbar sinnlosem Leid (Erkrankungen von Kindern, Naturkatastrophen) rechtfertigen? Dieses „Argument vom Übel“ ist eine der stärksten Kritiken am Theismus.
Die theologischen und philosophischen Antworten sind zahlreich, und keine ist Konsens: die „Verteidigung auf Grundlage der Willensfreiheit“ (das Übel entspringt dem Missbrauch der menschlichen Freiheit), die „Seelenbildung/Prüfung“ (diese Welt ist ein Feld der Prüfung und des Wachstums; „Gott bürdet keiner Seele mehr auf, als sie zu tragen vermag“, Sure 2:286) und die Betonung der „Weisheit“ Gottes (al-Hakim), die unser vollständiges Verständnis übersteigt. Kritiker (etwa die probabilistische Fassung von William Rowe) entgegnen, dass dies das scheinbar sinnlose Leid nicht vollständig erklärt. Bidar fällt kein Urteil; die Debatte in der Religionsphilosophie bleibt offen.
- Stanford Encyclopedia of Philosophy, "The Problem of Evil"
- Yaqeen Institute, "The Problem of Evil: A Multifaceted Islamic Solution"; Quran 2:286; J. Hick, Evil and the God of Love