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OBJECTION vs. RESPONSES

Theologische & philosophische Einwände

Jeder Einwand wird fair dargestellt, dann die angebotenen theologischen und philosophischen Antworten — mit gleichem Gewicht. Diese Fragen sind offen: Bidar berichtet die Positionen, fällt kein Urteil. Der Leser entscheidet.

Belegte TatsacheUmstrittenUnbewiesene Behauptung
Das Problem des ÜbelsUmstritten
Einwand / Argument

Wenn Gott zugleich allmächtig, allwissend und das reine Gute ist, wie lässt sich dann die Existenz von ausgedehntem und scheinbar sinnlosem Leid (Erkrankungen von Kindern, Naturkatastrophen) rechtfertigen? Dieses „Argument vom Übel“ ist eine der stärksten Kritiken am Theismus.

Angebotene Antworten

Die theologischen und philosophischen Antworten sind zahlreich, und keine ist Konsens: die „Verteidigung auf Grundlage der Willensfreiheit“ (das Übel entspringt dem Missbrauch der menschlichen Freiheit), die „Seelenbildung/Prüfung“ (diese Welt ist ein Feld der Prüfung und des Wachstums; „Gott bürdet keiner Seele mehr auf, als sie zu tragen vermag“, Sure 2:286) und die Betonung der „Weisheit“ Gottes (al-Hakim), die unser vollständiges Verständnis übersteigt. Kritiker (etwa die probabilistische Fassung von William Rowe) entgegnen, dass dies das scheinbar sinnlose Leid nicht vollständig erklärt. Bidar fällt kein Urteil; die Debatte in der Religionsphilosophie bleibt offen.

  • Stanford Encyclopedia of Philosophy, "The Problem of Evil"
  • Yaqeen Institute, "The Problem of Evil: A Multifaceted Islamic Solution"; Quran 2:286; J. Hick, Evil and the God of Love
Der verborgene GottUmstritten
Einwand / Argument

Wenn ein liebender Gott die Beziehung zum Menschen sucht, warum ist seine Existenz dann nicht für jeden aufrichtig Suchenden offenkundig und unleugbar? Die Existenz „aufrichtiger Ungläubiger“ (Schellenbergs Argument) erscheint mit einem liebenden Gott unvereinbar.

Angebotene Antworten

Vorgebrachte Antworten: die „epistemische Distanz“ (vollständige Offenkundigkeit würde die Freiheit der Antwort und den Wert des Glaubens zunichtemachen), die Verborgenheit als Teil der Prüfung und der Hinweis, dass „Aufrichtigkeit“ im Suchen selbst umstritten ist. Kritiker sagen, diese Antworten erklärten nicht, warum nicht zumindest eine minimale Erkenntnis für alle vorhanden ist. Die Frage ist in der zeitgenössischen Religionsphilosophie lebendig und ungelöst.

  • Stanford Encyclopedia of Philosophy, "Divine Hiddenness"
  • J.L. Schellenberg, The Hiddenness Argument (2015)
Koran und WissenschaftUmstritten
Einwand / Argument

Verbreitete Behauptung: Der Koran enthalte ein „wissenschaftliches Wunder“ — Hinweise auf Embryologie, die Ausdehnung des Universums und den Urknall, die im 7. Jahrhundert unbekannt waren und seine göttliche Herkunft beweisen.

Angebotene Antworten

Dieser Ansatz (das „wissenschaftliche Wunder“) ist überwiegend modern und apologetisch, und muslimische Denker selbst üben ernsthafte Kritik daran: Nidhal Guessoum (muslimischer Astrophysiker) zeigt, dass diese Methode die Verse von ihrer wörtlichen Bedeutung abweicht, den Kontext übergeht und die Wissenschaft vereinfacht („Konkordismus“). Die gemäßigtere Sichtweise: Das Ziel des Korans ist moralisch-spirituelle Rechtleitung, nicht ein Wissenschaftsbuch, und das Hineinlesen heutiger Entdeckungen birgt die Gefahr des Anachronismus. Diese Kritik richtet sich nach zwei Seiten: sowohl gegen die Übertreibung des „wissenschaftlichen Wunders“ als auch gegen den Versuch einer „wissenschaftlichen Widerlegung“ des Textes.

  • Nidhal Guessoum, Islam's Quantum Question (2011)
  • Wikipedia, "Islamic attitudes towards science"; Z. Sardar, New Statesman ("Weird science")
Determinismus und WillensfreiheitUmstritten
Einwand / Argument

Wenn Gott von Ewigkeit her alles weiß und „Vorherbestimmung und Schicksal“ (Qadā und Qadar) über allem walten, ist der Mensch dann wirklich frei? Und wenn nicht, wie ist seine Bestrafung für Sünde gerecht?

Angebotene Antworten

Dies ist die älteste Kontroverse der islamischen Theologie (Kalām) und hat innerhalb der Tradition selbst unterschiedliche Antworten: Die „Muʿtazila“ betonten die Willensfreiheit und die göttliche Gerechtigkeit (der Mensch ist Schöpfer seiner eigenen Handlungen); die „Aschʿariten“ wahrten mit der Theorie des „Erwerbs“ (Kasb) die Allmacht Gottes (Gott erschafft die Handlung, der Mensch „erwirbt“ sie); die „Maturiditen“ gingen einen Mittelweg. Keine Antwort wurde Konsens; Bidar stellt diese Sichtweisen nebeneinander, statt eine als Urteil zu setzen.

  • Encyclopaedia of Islam, "Kasb," "Kadar"; W. Montgomery Watt, Free Will and Predestination in Early Islam
  • Stanford Encyclopedia of Philosophy, "Foreknowledge and Free Will"
Religiöse VielfaltUmstritten
Einwand / Argument

Wenn nur eine Religion wahr ist, warum werden dann Millionen aufrichtiger und kluger Menschen in anderen Religionen geboren und gläubig? Die geografische Verteilung des Glaubens zeigt, dass Religion überwiegend ein Produkt der Geburt ist.

Angebotene Antworten

Drei Hauptpositionen werden vertreten: der „Exklusivismus“ (eine Religion ist der einzige Weg zum Heil), der „Inklusivismus“ (Wahrheit und Heil sind in einer Religion vollständig, doch auch die Aufrichtigen anderer Religionen haben Anteil daran — mit Verweis auf Verse wie Sure 2:62) und der „Pluralismus“ von John Hick (die Religionen sind unterschiedliche kulturelle Antworten auf eine einzige letzte Wirklichkeit). Jede Position hat ernsthafte Kritikpunkte; diese Frage ist in der Religionsphilosophie offen.

  • Stanford Encyclopedia of Philosophy, "Religious Diversity (Pluralism)"
  • John Hick, An Interpretation of Religion (1989); Quran 2:62
براهینِ وجودِ خداUmstritten
Einwand / Argument

براهینِ کلاسیکِ اثباتِ خدا ناتمام‌اند: «برهانِ حدوثِ (کلام)» — که الغزالی صورت‌بندی کرد و ویلیام لِین کرِیگ از نو زنده‌اش کرد — می‌گوید هرچه آغاز دارد علتی دارد، جهان آغاز دارد، پس علتی دارد؛ و «برهانِ نظم» از پیچیدگیِ جهان به یک طراح می‌رسد. اما منتقدان می‌گویند این‌ها یا مغالطه‌اند یا دستِ‌بالا به علتی نامعیّن می‌رسند، نه به خدای ادیان.

Angebotene Antworten

سنتِ فلسفیِ اسلامی صورت‌های نیرومندی پروراند: «برهانِ صدّیقین» ابن‌سینا از «واجب‌الوجود» آغاز می‌کند (موجودی که عدمش محال است و سلسلهٔ ممکنات را پایان می‌دهد) و ملاصدرا آن را ژرف‌تر کرد؛ کرِیگ نیز برهانِ کلام را با کیهان‌شناسیِ مهبانگ پیوند می‌زند. در مقابل، ج. ل. مَکی می‌پرسد چرا «علت» باید شخص‌وار باشد؛ گراهام آپی استدلال می‌کند مقدماتِ کلام اثبات‌نشده‌اند و طبیعت‌گرایی دستِ‌کم به‌همان اندازه معقول است؛ و داوکینز نقدِ برهانِ نظم را پیش می‌کشد. نکتهٔ گشوده: حتی اگر برهانی علتی نخستین را اثبات کند، گذر از آن علت به صفاتِ خدای شخص‌وارِ ادیان گامی جداگانه و محلِ مناقشه است. بیدار هر دو سو را با وزنِ برابر می‌نهد.

  • Stanford Encyclopedia of Philosophy, "Cosmological Argument" & "Teleological Arguments"
  • W.L. Craig, The Kalām Cosmological Argument; al-Ghazālī, Tahāfut al-Falāsifa; Ibn Sīnā, burhān al-ṣiddīqīn
  • J.L. Mackie, The Miracle of Theism (1982); Graham Oppy, Arguing about Gods (2006); R. Dawkins, The God Delusion (2006)
تکامل و اسلامUmstritten
Einwand / Argument

نظریهٔ تکاملِ داروینی با روایتِ قرآنیِ آفرینش ناسازگار به‌نظر می‌رسد: قرآن از آفرینشِ آدم «از خاک/گِل» و دمیدنِ روح سخن می‌گوید، حال آن‌که زیست‌شناسی انسان را فرآوردهٔ تبارِ مشترک و انتخابِ طبیعی می‌داند. پس گویی یا باید علم را کنار گذاشت یا متن را.

Angebotene Antworten

میانِ مسلمانان موضعِ واحدی نیست؛ طیفی از دیدگاه‌ها هست: (۱) ردِ کاملِ تکاملِ انسانی به‌نامِ خَلقِ ویژهٔ آدم؛ (۲) پذیرشِ تکاملِ زیستی برای دیگر گونه‌ها ولی استثناکردنِ انسان؛ (۳) «تکاملِ خداباور» (نضال قسوم) که فرآیندِ تکامل را سازوکارِ خداوند می‌داند و تأکید می‌کند قرآن کتابِ هدایت است نه محکِ نظریه‌های علمی. برخی متکلمان یادآور می‌شوند که در اسلام آموزهٔ «گناهِ نخستینِ» وابسته به یک زوجِ تاریخی وجود ندارد، پس فشارِ کلامیِ تکامل کمتر از مسیحیتِ تحت‌اللفظی است؛ جریانِ سنّت‌گرا این سازش‌ها را تأویلِ ناروا می‌خواند. پرسشِ باز: «آدم» را نخستینِ تاریخیِ بشر بدانیم یا نمادِ نوع؟ بیدار دیدگاه‌ها را گزارش می‌کند، نه داوری.

  • Nidhal Guessoum, Islam's Quantum Question (2011)
  • David S. Jalajel, Islam and Biological Evolution (2009); EI / Wikipedia, "Islamic views on evolution"
تاریخِ متنِ قرآنUmstritten
Einwand / Argument

آیا متنِ قرآن دست‌نخورده به ما رسیده است؟ کشفِ «پالیمپسستِ صنعا» — با لایه‌ای زیرین که پاک شده و با متنِ رسمی اختلاف‌هایی دارد — و نظریهٔ بازنگرانِ خاورشناس (ونزبرو، کرون و کوک)، این پرسش را پیش می‌کشند که متنِ کنونی تا چه اندازه به اصل وفادار مانده است.

Angebotene Antworten

شواهدِ نسخه‌شناختیِ اخیر بیشتر به‌سودِ تثبیتِ زودهنگامِ متن است، نه تحریفِ گسترده: بهنام صادقی نشان داد بسیاری از تفاوت‌های لایهٔ زیرینِ صنعا را می‌توان با خطاهای املایی/دیکته توضیح داد و متنِ عثمانی احتمالاً به اصل نزدیک‌تر است؛ مارین فان‌پوتن استدلال می‌کند کهن‌ترین نسخه‌ها همه از یک «کهن‌الگوی عثمانیِ» مکتوب نسب می‌برند؛ و پروژهٔ «کورپوس کورانیکوم» (نویویرت) متن را در بافتِ دیرینِ عربستان جای می‌دهد. نظریهٔ کرون و کوک («هاجریسم») و ونزبرو از سوی اکثرِ پژوهشگران رد شده است. نکتهٔ گشوده: لایهٔ زیرینِ صنعا و قرائاتِ صحابه نشان می‌دهند در سده‌های نخست تنوعی در قرائت و رسم‌الخط بوده؛ بحث بر سرِ دامنه و معنای این تنوع جاری است.

  • Behnam Sadeghi & Mohsen Goudarzi, "Ṣanʿāʾ 1 and the Origins of the Qurʾān" (Der Islam, 2012)
  • Marijn van Putten, BSOAS (2019); Angelika Neuwirth / Corpus Coranicum
  • J. Wansbrough, Quranic Studies (1977); P. Crone & M. Cook, Hagarism (1977) — largely rejected
اسلام و برده‌داریUmstritten
Einwand / Argument

اسلام برده‌داری را ریشه‌کن نکرد، بلکه آن را تنظیم و تجویز کرد: قرآن و فقه وجودِ برده را پذیرفته‌اند و آن را صراحتاً ممنوع نکرده‌اند. از منظرِ اخلاقِ مدرن، این نقصی اخلاقی و آشکار است که دفاع از آن دشوار می‌نماید.

Angebotene Antworten

جاناتان براون در «برده‌داری و اسلام» این «معما» را صادقانه می‌کاود: سنتِ اسلامی بر آزادسازی (عتق) به‌مثابهٔ فضیلت تأکیدِ نیرومند داشت و فقه شرایطی وضع کرد که با واقعیتِ گستردهٔ بردگی اغلب در تضاد بود؛ او ریشهٔ لغوگراییِ مدرن را نیز در آرمان‌های روشنگری ردیابی می‌کند. اما براون از سرراست‌کردنِ مسئله می‌پرهیزد و می‌پذیرد استدلال‌های معاصرِ مسلمان برای محکومیتِ مطلقِ بردگی همیشه قانع‌کننده نیستند — به‌ویژه در پرتوِ احیای بردگی به‌دستِ داعش؛ منتقدانی می‌گویند کتاب گاه به نسبی‌گراییِ اخلاقی نزدیک می‌شود. نکتهٔ گشوده: آیا حکمی که متنِ مقدس آن را «تنظیم» کرده اما «نسخ» نکرده، می‌تواند قطعاً نامشروع شمرده شود؟ بیدار آن را با وزنِ برابر می‌نهد.

  • Jonathan A.C. Brown, Slavery and Islam (Oneworld, 2019)
  • Review in Journal of Islamic Ethics 5 (2021); B. Crowcroft, Literary Review; EI, "ʿAbd"
زن در فقهِ اسلامیUmstritten
Einwand / Argument

فقهِ کلاسیکِ اسلامی با برابریِ جنسیتیِ مدرن ناسازگار می‌نماید: احکامی چون نابرابریِ ارث و شهادت، آیهٔ ۴:۳۴، و اختیاراتِ مردانه در ازدواج و طلاق، زن را در جایگاهی فروتر می‌نشانند. این نقدی اخلاقی و جدی بر آن سنتِ حقوقی است.

Angebotene Antworten

پاسخ‌ها درون و بیرونِ سنت متنوع‌اند: «فمینیست‌های مسلمان» مانند آمنه ودود (در «قرآن و زن») و اسما بارلاس (در «زنانِ مؤمن») استدلال می‌کنند قرآن فی‌نفسه پیامِ برابری دارد و این تفسیرِ مردسالارانه است که نابرابری را تحمیل کرده — ودود آیهٔ ۴:۳۴ را بازخوانی می‌کند؛ عایشه چودری نشان می‌دهد فهمِ پیشامدرن از این آیه یکدست نبوده است. در مقابل، مرتضی مطهری در «نظامِ حقوقِ زن در اسلام» از الگوی «تفاوت در عینِ عدالت/تکمیل» دفاع می‌کند؛ فقهِ سنتی نیز این احکام را برخاسته از نص و اجماع می‌داند. نکتهٔ گشوده: آیا «عدالت» در اسلام «این‌همانیِ» حقوق را می‌طلبد یا تناسبِ آن‌ها را؟ بیدار همهٔ این موضع‌ها را کنارِ هم می‌نهد، بی‌آنکه یکی را برگزیند.

  • Amina Wadud, Qur'an and Woman (1999); Asma Barlas, Believing Women in Islam (2002)
  • Ayesha S. Chaudhry, Domestic Violence and the Islamic Tradition (2013)
  • Morteza Motahhari, The Rights of Women in Islam; EI, "al-Marʾa"