Bidars Markenzeichen: Jede Karte stellt einen verbreiteten Glauben der belegten Realität gegenüber — mit Quellen und ohne Einseitigkeit.
300 (2006, Regie Zack Snyder, nach Frank Millers Graphic Novel) ist offenkundig eine stilisierte Fantasie: Die Perser erscheinen als missgestaltete Monster und Riesen, Xerxes als ein knapp drei Meter großer Androgyn. Das Achämenidenreich gehörte zu den am weitesten entwickelten Zivilisationen der Antike; die Spartaner kämpften in Rüstung an der Seite von rund 5.000–6.000 weiteren Griechen. Kaveh Farrokh und Touraj Daryaee dokumentieren die falsche Dichotomie des Films. Iran protestierte im März 2007 offiziell, und der Film wurde nie offiziell im Iran gezeigt.
Der Zylinder ist in Wirklichkeit eine Gründungsurkunde babylonischen Stils, die die Wiederherstellung der Marduk-Verehrung durch Kyros würdigt. Fachleute weisen die „Menschenrechts“-Lesart zurück: Irving Finkel (British Museum): „In der Antike gibt es keine Menschenrechte“; Kuhrt und Walker bezeichnen ihn als Bauinschrift. Dennoch ist Kyros' Toleranz wirklich belegt — er ließ verbannte Völker (darunter die babylonischen Juden, gepriesen bei Jesaja) in ihre Heimat zurückkehren und ihre Tempel wiederaufbauen. Die ehrliche Einordnung: echte Toleranz, überzogenes modernes Etikett.
Während des Großteils seiner islamischen Geschichte (7.–15. Jh.) war Iran mehrheitlich sunnitisch (vor allem schafiitisch); vor den Safawiden waren vielleicht etwa 10 % schiitisch, konzentriert in Ghom, Kaschan, Sabzevar, Rey, Gilan und Mazandaran. Der verwaiste Ismail (ca. 1494–1499) fand in Lahidschan in Gilan Zuflucht unter dem zayditisch-schiitischen Karkiya Mirza Ali und wurde dem Schiismus verpflichtet. 1501 erklärte er sich zum Schah und machte den Zwölferschiismus zur Staatsreligion — obwohl der Großteil seines Reiches sunnitisch war —, um seine Untertanen gegen die sunnitischen Osmanen und Usbeken zu einen. Die Britannica nennt sie „einen wesentlichen Faktor für die Entstehung eines einheitlichen Nationalbewusstseins“.